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Mechaniker/in für Land- und Baumaschinentechnik

Die Mischung macht´s: Kraft und Filigranität

Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik bewegen sich in einem inhaltlich und technisch stark verdichteten Arbeitsfeld, das durch eine extreme Produktvielfalt an Abwechslung kaum zu überbieten ist. Doch nicht nur Köpfchen, sondern vor allem körperliche Fitness sind Voraussetzung für die dreieinhalb Jahre Berufsausbildung, in der vom motorbetriebenen Rasenmäher bis zum tonnenschweren Mähdrescher alle bedeutenden technischen Geräte und ihr Zubehör aus Land- und Baumaschinentechnik gewartet, geprüft und repariert werden. Dementsprechend mannigfaltig sind auch die Einsatzorte des Mechanikers: In Werkhallen, Werkstätten von landwirtschaftlichen Maschinenringen, beim Hersteller, auf Baustellen oder auf dem Feld bei Kunden müssen die Arbeiten an den Maschinen vorgenommen werden, auch wenn die Datenübertragung per Funknetz über das Internet mittlerweile Ferndiagnosen ermöglicht.

Englisch gehört dazu


Unerlässlich ist in diesem Beruf das Tragen spezieller Schutz- und Sicherheitskleidung, die gemeinsam mit einer besonnenen, verantwortungsbewussten und sorgfältigen Arbeitsweise nie fehlen sollte.
Gute Englischkenntnisse sind für Mechaniker der Land- und Baumaschinentechnik zudem unabdingbar, da viele Wartungs- und Montageanleitungen Hersteller amerikanischer oder asiatischer Herkunft ausschließlich in Englisch gehalten sind.

Entgegen anderer Ausbildungsberufe entscheidet sich der Lehrling nach einer Grundausbildung nicht für einen Schwerpunkt, sondern wird in beiden Themengebieten gleichwertig ausgebildet ( "Monoberuf").
Das erfordert neben dem allgemeinen Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen auch die wirkliche Begabung für handwerkliche, praktische Tätigkeiten, die mit viel körperlichem Einsatz und Handgeschick bewältigt werden müssen.

Angesichts der physischen Voraussetzungen, wie beispielsweise schweres Heben, Tragen und Wuchten, extreme Lärmbelastungen sowie Arbeiten, die unter Zwangshaltung verrichtet werden, ist es kaum verwunderlich, dass Mechanikerinnen der Land- und Baumaschinentechnik stark unterrepräsentiert sind.

Alle, die sich für diesen spannenden Beruf entscheiden, erwarten folgende Ausbildungsschwerpunkte:
  • Warten und Prüfen von Fahrzeugen und Systemen (Verwendung von Schaltbildern, Dokumentationssystemen)
  • Demontieren, Instandsetzen und Montieren von fahrzeugtechnischen Baugruppen (Bohrungen, Gewinde, Schrauben)
  • Installieren hydraulischer, pneumatischer, elektrischer und elektronischer Baugruppen
  • Prüfen und Instandsetzen elektrischer und elektronischer Systeme (Schaltungen, Signale, Klemmen, Zündanlage, Generator, Regelkreise und Sensoren)
  • Prüfen und Instandsetzen von hydraulischen Steuerungs- und Regelungssystemen (Volumenstromregelsysteme, Umgang mit Hydraulikölen und Anlagen mit hohem Druck)
  • Prüfen und Instandsetzen von Kraftübertragungssystemen an Maschinen und Geräten (Gelenkwellen, Riemen- und Kettentriebe, Kupplungen)
  • Herstellen von Bauteilen für Maschinen, Geräte und Anlagen (fügen, trennen, umformen, beschichten)
  • Instandhalten von Verbrennungsmotoren (Diesel- und Ottoverfahren, Systeme zur Gemischaufbereitung)
  • Anwendung computergestützter Diagnosesysteme (für Agrar-Management-Systeme mit Datenfernübertragung und Telemetrie sowie Baumaschinen mit Bordcomputern)
  • Umweltschutz sowie Entsorgung, Recycling und Emissionsreduzierung von Betriebsstoffen wie Motoröle und Kühlflüssigkeiten
  • Maschinen gemäß Kundenwünsche umrüsten, Sonderausstattungen ein- und anbauen
  • Interne und externe Kommunikation

Während der obligatorischen überbetrieblich Ausbildung (ÜBA) müssen die Lehrlinge die Kurse "Fahrzeugelektrik an Land- und Baumaschinen", "Hydraulik und Elektronik an Land- und Baumaschinen" sowie "Fehlerdiagnose und Instandsetzung an Land- und Baumaschinen" belegen.

Die in Ausbildung und Beruf am häufigsten zu bearbeitenden und prüfenden Maschinen lassen sich in drei Hauptgruppen unterteilen:
I Landmaschinentechnik
  • Bodenbearbeitungstechnik (z.B. Ackerschlepper, Feldhäcksler)
  • Düngetechnik
  • Bestelltechnik
  • Pflanzenschutztechnik
  • Erntetechnik (u.a. Mähdrescher mit GPS-Steuerung)
  • Hofwirtschaft (Melkroboter- und Fütterungsanlagen)

II Baumaschinentechnik
  • Geländebearbeitungstechnik
  • Draintechnik
  • Fördertechnik (z.B. Bagger, Kräne)
  • Radlager
  • Hoch- und Tiefbaugeräte
  • Straßenfertiger
  • Kompressoren
  • Recyclinganlagen

III Forst-, Garten- und Kommunaltechnik
  • Motorgartengeräte (Kettensäge, Aufsitzrasenmäher)
  • Winterdienstgeräte
  • Wasserpumpen
  • Holzerntetechnik
  • Rasenpflegetechnik
  • Reinigungstechnik
  • Kleinschlepper

In Folge der hohen Komplexität sind Gesellen an wichtige Sicherheitsbestimmungen gebunden, wie die VDE- Normen. Um beispielsweise an Geräten und Anlagen mit Starkstrom zu arbeiten, müssen sie sich bei Bedarf nach abgelegter Gesellenprüfung als Elektrofachkraft ausbilden lassen.

Die Gesellenprüfung ist "gestreckt"; d.h. Teil I, der vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres geprüft wird, werden 30 Prozent für die Abschlussprüfung gewertet.
Neben den bereits aufgeführten Herausforderungen muss Interessierten und Lehrlingen der Land- und Baumaschinentechnik bewusst sein, dass die Mechaniker des öfteren nachts und am Wochenende arbeiten müssen. Kunden- und Bereitschaftsdienst erfordern eine enorme Flexibilität und Belastbarkeit. Ausfälle großer Baumaschinen mit teurer Betriebszeit bringen erhöhten Zeitdruck und Überstunden mit sich. Hinzu kommen schlechte und extreme Wetterbedingungen sowie saisonal bedingte Schwankungen im Arbeitsumfang.
Hat sich der Lehrling durch diese sicher nicht einfachen dreieinhalb Jahre Berufsausbildung gekämpft, kann er mit einem Einstiegsgehalt von 2.100,00 bis 2.400,00 EUR rechnen (vgl. berufe.net).

Die Berufs- und Karrierechancen in diesem anspruchsvollen Beruf stehen gut. Der Arbeitsmarkt, besonders die Industrie, meldet Bedarf an qualifizierten Mechanikern, da sich auch in diesem Gewerbe die Mühlen immer schneller drehen und eine Innovation die nächste jagt.
Die Aufstiegsmöglichkeiten sind zahlreich: Der Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik kann sich vom Service-Techniker über den Meister im Land- und Baumaschinen-Handwerk bis zum Ingenieur weiterbilden.

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