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Zweiradmechaniker/in

Zwischen Technik und Tüftelei

Wer sich für diese Ausbildung bzw. diesen Beruf entscheidet, sollte vor allem zwei Dinge mitbringen: geschickte Hände und ein großes Interesse an Neuerungen. Denn wie bei vielen anderen Berufsbildern auch, steckt der Zweiradmechaniker mittendrin in einem Kreislauf steter Innovationen.

Repariert, geprüft, gewartet und geändert wird alles, was zwei Räder besitzt, eingeschlossen Spezialfahrzeugen (z.B. Rollstühle). Arbeitsorte sind vorwiegend die Werkstatt und der Verkaufsraum, wo sich an wirtschaftliche, umweltbezogene, arbeits- und sicherheitsrechtliche sowie soziale Vorschriften und Regeln gehalten werden muss.

Bei fortdauernder Ausbildungslänge nimmt die Komplexität der Technik und Anwendungen stark zu. Um dem quantitativen und qualitativen Anspruch gerecht werden zu können, entscheidet man sich bereits zu Ausbildungsbeginn entweder für die Ausbildung als Zweiradmechaniker Fachrichtung Motorradtechnik oder aber als Zweiradmechaniker Fachrichtung Fahrradtechnik .

Inhaltlich teilen beide Spezialisierungen bis einschließlich des 2. Lehrjahres folgende Schwerpunkte:

  • Messen und Prüfen an Systemen (dazu gehören elektrische und elektronische Größen und Signale, Verbindungen, Leitungen und Anschlüsse)
  • Bedienen von Fahrzeugen und Systemen
  • Kommunikation: betrieblich/technisch, intern/extern (Von Beschaffung technischer Unterlagen über die Unterredung mit dem Vorgesetzten bis zum Kundengespräch)
  • Warten, Prüfen und Einstellen von Fahrzeugen und Systemen (hydraulische, pneumatische und elektrische Leitungen)
  • Instandsetzen, Montieren und Demontieren von Anlagen, Baugruppen und Systemen
  • Umbau von Rahmen, Zubehör und Zusatzeinrichtungen
  • Fügen, Trennen und Umformen (mit Spezialwerkzeugen, durch Löten)
  • Manuelles und maschinelles Bearbeiten (u.a. Zerspanen, Rundreiben, Fräsen)

Schon anhand der "Grundausbildung" wird klar, was ein Lehrling der Zweiradtechnik leisten muss. Dass er dafür neben einem technischen Verständnis und einem guten Vorstellungsvermögen auch eine gewissenhafte, verantwortungsbewusste Arbeitsweise zu seinen Stärken zählt, ist unumgänglich. Denn bereits kleine, schlampige Fehler können bei Inbetriebnahme des Fahrzeugs schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.
Zudem wird oft das Fehlen einer gewissen "Standhaftigkeit" und nicht vorhandenes Durchhaltevermögen von Ausbildungsmeistern bemängelt. Sitzen wird in diesem Beruf zur absoluten Ausnahme!

PS oder Muskelkraft?


Im dritten Lehrjahr trennen sich die Wege; entweder man folgt seiner Begeisterung für PS-starke, röhrende und elektronisch top ausgestattete Motorräder oder man entscheidet sich für die umweltfreundlichen, filigranen pedalbetriebenen Velos. Für die jeweils ausgesuchte Fachrichtung hilft echt empfundene Leidenschaft, da man sich privat mit den "Auswüchsen" der Zweiräder auskennen und einen eigenen Impuls entwickeln sollte, sich auf dem Laufenden zu halten.

Fällt die Entscheidung zugunsten der Fachrichtung Motorradtechnik , so werden folgende Lehrinhalte vermittelt:
  • Warten, Prüfen und Instandhalten von Motoren und deren Subsystemen (Gemischbildungseinrichtungen wie Verbrennungsmotoren, elektronische und elektrische Management-/Komfort- und Sicherheitssystem)
  • Herstellung, Umbau, Nachrüstung von Zwei- und Dreirädern sowie motorisierten Spezialfahrzeugen
  • Analyse "Motorrad" (Anwendung von Diagnosegeräten, Überprüfen von Fahrzeugfunktionen im Zusammenwirken von mechanischen, elektronischen, hydraulischen und pneumatischen Systemen)
  • Prüfen von Zündung, Filter und Dichtungen von Motoren
  • Anpassung an den Kundenwunsch (Aus- und Umrüsten mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen)
  • Verkauf von Dienstleistungen, Waren und Produkten.

In der obligatorischen überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) wird man ergänzend geschult in
  • Diagnose von Management-Systemen, Motor, Antrieb und Gemischbildungseinrichtungen
  • Kundenorientiertes Handeln und Verkaufen
  • Diagnose von Zünd- und Ladesystemen
  • Fahrwerkstechnik

Lernt man im Betrieb den Zweiradmechaniker mit der Fachrichtung Fahrradtechnik , erwarten einen nachstehende Anforderungen:
  • Warten und Reparieren von Fahrzeugen
  • Herstellen, Ändern und Instandhalten von Fahrzeugrahmen und deren Gruppen
  • Instandhalten von Komfort- und Sicherheitssystemen
  • Herstellung von Komplettfahrzeugen aus Einzelteilen
  • Herstellen und Instandhalten von Anlagen der Fahrradtechnik (z.B. Ketten- und Nabenschaltung)
  • Anpassung an den Kundenwunsch (unter Beachtung von Ergonomie, Muskelkraftantrieb und -übertragung, Aus- und Umrüsten mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen)
  • Kundenberatung und -betreuung
  • Abwicklung von Warenverkauf und Abrechnung, Präsentation der Ware

Die verpflichtende überbetriebliche Ausbildung bietet zusätzlich folgende Schwerpunkte:
  • Kundenorientiertes Handeln und Verkaufen
  • Instandhaltung von Zweiradkomponenten
  • Herstellen und Montieren eines Fahrrads
  • Fahrwerkstechnik
Kundenkontakt und eine gewisse Servicementalität gewinnen in diesem Bereich stark an Bedeutung. Es muss die unbedingte Bereitschaft mitgebracht werden, auch samstags und bis Ladenschluss zu arbeiten.
Bevorzugt man eine "abgespeckte" Version der Ausbildung, die weniger theorielastig ist, so kann man die Ausbildung zum/ zur Fahrradmonteur/in wählen. Sie dauert lediglich 2 Jahre und bietet danach noch immer die Möglichkeit zur Weiterbildung zum Zweiradmechaniker mit der Fachrichtung Fahrradtechnik, wofür die Ausbildung als Grundausbildung des Zweiradmechanikers anerkannt werden kann.
Diese Ausbildung wurde von der Industrie- und Handelskammer (IHK) ins Leben gerufen und ist nicht überall zu realisieren. Für die Ausbildung im Betrieb bedarf es keinen Meister.

Nach Abschluss der dreieinhalb Lehrjahre absolvieren die Lehrlinge die sogenannte "gestreckte Gesellenprüfung". Dabei wird Teil I des Erlernten bereits während oder nach dem zweiten Ausbildungsjahr geprüft und zählt mit 35 Prozent in das Endergebnis hinein. Die früher vollzogene "Zwischenprüfung" entfällt. Das Einstiegsgehalt für einen Zweiradmechaniker liegt zwischen 2.169,00 und 2.316,00  EUR monatlich.

Ist man dann staatlich geprüfter Zweiradmechaniker, kann direkt im Anschluss die Weiterqualifizierung zum Zweirad-Servicetechniker , zum Meister im Zweiradmechaniker-Handwerk oder Ingenieur realisiert werden.

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