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Schulabschluss geschafft - was dann?


Hat man seinen Abschluss in der Tasche, stehen einem viele Wege der Zukunftsgestaltung offen. Zwischen 16 und 27 Jahren kann man beispielsweise ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren. Hier liegen die Einsatzschwerpunkte im sozialen Bereich, in Sport, Kultur, Politik oder Denkmalpflege bzw. im ökologischen und umweltpolitischen Umfeld. Die Dauer erstreckt sich von mindestens 6 bis höchstens 18 Monate und kann anerkannten Kriegsdienstverweigerern als Zivildienst verrechnet werden. Egal, für was man sich danach entscheidet, an persönlicher Reife hat man zumeist immer dazu gewonnen.
Besitzt man mindestens einen Hauptschulabschluss und findet keinen Ausbildungsplatz oder kann keine weiterführende Schule besucht, besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen des Berufseinstiegsjahres (BEJ) auf die Ausbildung vorbereiten. Dieser neue Bildungsgang soll die Ausbildungsreife der Schüler verbessern und ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen. Die Voraussetzung ist allerdings eine begleitende einjährige Praktikumsstelle in einem Betrieb. Hat man kein Praktikum ergattern können oder die Schule vorzeitig abgebrochen, besteht die Möglichkeit, während des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand nachzuholen und sich beruflich zu orientieren. Berufsschulpflichtig sind Jugendliche nach dem Ende der allgemeinen Schulpflicht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Durch den Besuch des BVJ oder des BEJ wird die Berufsschulpflicht erfüllt, sofern kein Ausbildungsverhältnis aufgenommen wird. Für Unentschlossene mit guten Noten bietet sich neben einem normalen Betriebspraktikum auch die so genannte Einstiegsqualifizierung (EQ) an, die einem Praktikum zwischen 6 und 12 Monaten entspricht. Hierfür gibt es sowohl für den Betrieb als auch für den Auszubildenden eine staatliche Finanzierungshilfe von der Agentur für Arbeit bis zu 212 Euro monatlich. Die Übernahmeaussichten nach einer EQ stehen danach gut.


Die duale Ausbildung

Die meisten Jugendlichen im Besitz eines Haupt- oder Realschulabschlusses entscheiden sich in Deutschland für eine Ausbildung im dualen System. Dabei ist die Auswahl groß: momentan gibt es ca. 340 anerkannte Ausbildungsberufe , die in Betrieb und Berufsschule erlernt werden können. Die Berufsschule übernimmt dabei die Vermittlung theoretischer Kenntnisse und findet entweder 1-2 Tage pro Woche oder häufig als Blockunterricht statt. Die meiste Zeit der Ausbildung verbringt der Lehrling im Betrieb. Die Ausbildungen in der Fahrzeugtechnik enden in der Regel nach dreieinhalb Jahren mit der Gesellenprüfung.
Der Ausbildungsvertrag regelt rechtlich das Verhältnis zwischen dem Auszubildenden und seinem Ausbildungsbetrieb. Darin werden auch Lohn oder Kündigungsregelungen festgesetzt. Gerade bei finanzieller Notlage helfen zahlreiche staatliche Förderungsmaßnahmen den Auszubildenden und Betrieben. Das dritte Sozialgesetzbuch (SGB III) spricht Azubis die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) zu, die abhängig vom Verdienst der Eltern für Wohnungs- und Lebenskosten aufkommt. Zudem werden behinderte Jugendliche mit Ausbildungsgeld unterstützt, ob in ihrer eigenen oder der Wohnung der Eltern. Ein weiteres Unterstützungsprogramm sind die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) für lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche, die als Stützunterricht zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten gestaltet werden. Brechen Jugendliche ihre Ausbildung ab oder finden unter keinen Umständen einen passenden beruflichen Einstieg, können sie im Rahmen der außerbetrieblichen Berufsausbildung in eine außerbetriebliche Einrichtung übernommen werden. Diese Programme werden staatlich oder über die Agentur für Arbeit finanziert.
Die Aktivierungshilfen für Jüngere richten sich indes an alle, die nicht für eine berufliche Qualifizierung motiviert werden können. Das Ziel hierbei ist die Heranführung und Eingliederung in das Ausbildungs- und Beschäftigungssystem. Um eine nachhaltige Integration in dieses System zu erlangen und ein positives Lern- und Arbeitsverhalten der Teilnehmer zu erreichen, gibt es zusätzlich die sozialpädagogische Begleitung.

Verdienst in der dualen Ausbildung

Die Verdienstmöglichkeiten variieren je nach Berufsbild und Ausbildungsstandort. Als Orientierung kann folgende Grafik dienen, die den Durchschnittswert angibt.

Als Lehrling ins Ausland

Die Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen und Auslandserfahrung hat auch im Handwerk zugenommen. Heute, da Grenzen übergangslos sind,  ist es ein leichtes, eine gewisse Zeit der Ausbildung im Ausland zu verbringen. Die Europäische Union ermöglicht und erleichtert den europaweiten Lehrlingsaustausch durch Programme wie LEONARDO.
Für Auszubildende am Oberrhein gibt es innerhalb des Projekts "Grenzüberschreitende Qualifizierung am Oberrhein - Euregio-Zertifikat" die Chance, ein mindestens 4-wöchiges berufliches Auslandspraktikum in der Schweiz oder in Frankreich zu absolvieren. Nach Abschluss der Ausbildung bekommt man als Bestätigung das Euregio-Zertifikat und einen Eintrag in den "Europass Mobilität", der internationale Erfahrungen und Tätigkeiten im Bereich Aus- und Weiterbildung bezeugt. Selbst Ausgelernten bietet die französische Vereinigung "Compagnons du Devoir" Wandergesellen aus dem europäischen Ausland Arbeitsmöglichkeiten, Vergütung, Unterkunft und Verpflegung.
Viele Handwerkskammern aus Baden-Württemberg, darunter auch die HWK Region Stuttgart und die HWK Konstanz, beteiligen sich am Xchange-Grenzüberschreitender Lehrlingsaustausch, der Lehrlinge nach Italien, Liechtenstein, Frankreich, Österreich oder in die Schweiz vermittelt.

Bevor man allerdings einen Teil seiner Ausbildung im Ausland absolviert, sollte man unbedingt bedenken, dass höchstens ein Viertel der gesamten Ausbildungszeit dafür eingesetzt werden kann und dass das Ausbildungssystem in Europa nicht einheitlich ist. Im Ausland findet die Ausbildung in der Regel an beruflichen Vollzeitschulen statt, die hohe Schulgebühren erheben. Zudem muss stets die staatliche Anerkennung überprüft werden.

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