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Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in

Technik im Team

Ein weiterer, seit 2003 modernisierter Beruf ist der des Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikers. Er ist die Weiterentwicklung des Karosserie- und Fahrzeugbauers und trägt der steten Innovation in der Fahrzeugbranche Rechnung.

Die Bezeichnung lässt die Vielfältigkeit dieses Berufsfeldes bereits erahnen: Gearbeitet wird an Sonderanfertigungen, Nutzfahrzeugen, Spezialvorrichtungen und Fahrzeuganhängern aller Größen. Das ermöglicht Karosserie- und Fahrzeugbauern auch die unterschiedlichen Einsätze in Betrieben von Fahrzeug- und Nutzfahrzeugherstellern, Zulieferbetrieben der Automobilbranche, großen Teileumrüstern oder in Fuhrparks. Speditionen, Bauunternehmen, öffentliche Verkehrsbetriebe, Transport- und Omnibusunternehmen greifen ebenfalls gerne auf die solide ausgebildeten Mechaniker zurück. Gleichwohl erfordern sie stete individuelle Lösungen, Geschick und Kreativität seitens des Handwerkers.


Wichtige Voraussetzungen


Neben dem allgemeinen Interesse an Metall und anderen Werkstoffen wie Aluminium, Kunststoff oder auch Polstermaterial sollten zukünftige Auszubildende auchein Faible für handwerkliche Tätigkeit, das Bedienen technischer Geräte und körperlichen Einsatz haben.
Durch Einzelanfertigungen nach individuellen Wünschen und zugeschnittenen Beratungen gewinnt der Kundenkontakt auch in diesem Beruf stark an Bedeutung.

Vor Lärm, Gerüchen und reizenden Flüssigkeiten sollten sie nicht zurückschrecken. Körperlich anstrengend sind viele Arbeiten am Fahrzeug, wenn die zu bearbeitenden Teile nicht ausgebaut werden können. So ist der Einsatz über Kopf, gebückt oder in Gruben stehend erforderlich. Neben einer berufsbedingten Sorgfalt wird von den Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikern auch ein hohes Maß an Flexibilität vorausgesetzt, wenn es um die Tageszeit und den Wochentag des Arbeitseinsatzes geht. Montageeinsätze und Schichtdienst sind in Werkstätten oder Abschleppbetrieben durchaus üblich und erfordern das Arbeiten auch nachts und an Wochenenden.
Wer ein Teamplayer ist, der auch selbstständig Entscheidungen treffen kann, ist in diesem Beruf ebenfalls gut aufgehoben.

Die Ausbildung, für die sich vorwiegend junge Menschen mit Hauptschulabschluss interessieren, dauert dreieinhalb Jahre.  Auch hier wird die Gesellenprüfung "gestreckt", was bedeutet, dass Teil I bereits vor Ende des zweiten Lehrlingsjahres stattfindet und mit 35 Prozent in das Endergebnis einfließt.

Die Grundausbildung umfasst die folgenden Schwerpunkte:
  • Pflegen und Warten von Fahrzeugen oder Systemen (Leitfäden, Schaltbilder, Ersatzteil- und Materialbedarfslisten)
  • Demontieren, Instandsetzen und Montieren von fahrzeugtechnischen Baugruppen oder Systemen (Bohrungen, Gewinde, Schrauben, Anzugsdrehmomente)
  • Prüfen und Instandsetzen elektrischer und elektronischer Systeme, von Steuerungs- und Regelsystemen (Sensoren, Grundschaltungen, Regelkreise)
  • Be- und Verarbeiten von Halbzeugen und Bauteilen aus Metallen (Skizzen, Schablonen, Normen, mechanische und thermische Trennverfahren)
  • Be- und Verarbeiten von nichtmetallischen Werkstoffen und Verbundstoffen (Kunststoffverarbeitungsverfahren, manuelles und maschinelles Umformen)
  • Installieren elektrischer und elektronischer Systeme (Starteranlagen, Energiemanagement) sowie mechanischer, hydraulischer und pneumatischer Systeme (Bremsanlagen, Dämpfungssysteme, Radführungssysteme, Lenkung)

Nach Erlernen der Grundkenntnisse, die sich in allen Berufen der Fahrzeugtechnik gleichen, können die Auszubildenden nach zwei Jahren zwischen drei Fachrichtungen wählen.

Der Fachbereich Karosserieinstandhaltungstechnik beinhaltet das
  • Analysieren von Fahrzeug- und Karosserieschäden (Kundenbefragung, Sicht-, Tast-, Geräusch-, Geruchs- und Funktionsprüfung, Aufbaupläne)
  • Rückverformen deformierter Karosserie- und Fahrzeugrahmen (Zug- und Druckanordnungen, Kräftezerlegung), Ausbeulen von Karosserieblech
  • Durchführen von Abschnittsreparaturen (Kostenvergleich, Fügeverfahren, Dicht- und Dämmmaterial)
  • Vorbereiten und Durchführen von Reparaturlackierungen (Grundierung, Lacktechniken, Vorbehandlung, Trocknung)

Die Schwerpunkte der Fachrichtung Karosseriebautechnik liegen im
  • Anfertigen von Schablonen, Fertigungsformen und Modellen (zeichnerische Darstellung von Fahrzeugen, Modellbauverfahren, rationelle Materialverwendung)
  • Herstellen von Karosserieteilen, Karosserien und Aufbauten (Formleichtbau, Aerodynamik, Beplankungen) und deren Umbauen, Aus- und Umrüsten (Realisierbarkeit, Normen, Dimensionierung, Tuning, Hilfseinrichtungen)
  • Gestalten, Verkleiden und Ausstatten des Fahrzeuginnenraums (Brandschutz, Ergonomie, Ästhetik, Kundenberatung und -einweisung)
  • Instandhalten von Karosserien und Aufbauten (Gesundheitsschutz, Gewährleistung)

Diejenigen, die sich auf Fahrzeugaufbauten für Sonderfahrzeuge und Anhänger spezialisieren möchten, erwarten in der Fachrichtung Fahrzeugbautechnik
  • Herstellen und Umbauen von Fahrzeugrahmen (Normen, Werkstoffauswahl, Belastungsfälle, Stoff- und Formleichtbau, Kostenkalkulation)
  • Einbauen, Umbauen und Instandhalten von Fahrwerken (Realisierbarkeit, Hydraulik-, Pneumatik- und Stromlaufpläne, Dämpfungssysteme, Fahrsicherheit)
  • Herstellen und Umbauen von Aufbauten und Anbauteilen (Lade-, Hub- und Fördereinrichtungen, Dicht-, Dämmsysteme, Stützlasten, aktive/passive Sicherheit)
  • Einbauen und Instandhalten von Systemen, Fahrzeugrahmen und Aufbauten

Die Kurse an den Berufsschulen werden ergänzt durch die insgesamt neunwöchige obligatorische überbetriebliche Ausbildung (ÜBA). Diese beinhaltet folgende Schwerpunkte:
  • Grundlagen der Werkstoffbearbeitung und Fahrzeuginstandsetzungstechnik
  • Messtechnische Grundlagen der Fahrzeugelektrik und -elektronik, Pneumatik und Hydraulik
  • Karosserie- Instandsetzungstechniken (MAG-/RP-Schweißen, Umformtechniken, MIG-Löten und Schweißen sowie Weich- und Hartlöten)
Die zusätzlichen ÜBA- Kurse je nach Fachrichtung stehen rechts im Downloadbereich.
Nach erfolgreich bestandener Gesellenprüfung kann sich der Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker zum  Meister oder Ingenieur weiterbilden. 

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