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Weiterbildung für Zweiradmechaniker

Servicetechniker, Meister, Ingenieur

Wer als Geselle der Zweiradtechnik eine Weiterbildung der mittleren Karrierestufe anstrebt, entscheidet sich am besten für den Zweirad- Servicetechniker , der sich inhaltlich mit dem Schwerpunkt Motorrad auseinandeersetzt und als Bindeglied zwischen Kunden und Werkstatt fungieren soll.

Die Inhalte entsprechen Teil I der Meisterprüfung (Fachpraxis), werden aber nicht flächendeckend gleich angerechnet. Die Bundesfachschule für Zweiradtechnik in Frankfurt erkennt die Weiterbildung zum Zweirad-Servicetechniker als Teil I des Meistertitels an. Nach Bestehen der Prüfung ist die direkte Weiterqualifizierung möglich. Zur Prüfung zugelassen sind alle, die eine Gesellenprüfung als Zweiradmechaniker, Kraftfahrzeugmechatroniker mit dem Schwerpunkt Motorradtechnik, eine Gesellenprüfung in einem anderen fahrzeugtechnischen Beruf mit einem Jahr Berufspraxis in der Zweiradinstandhaltung sowie eine Gesellen- oder Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf abgelegt und drei Jahre Berufspraxis in der Zweiradinstandsetzung haben.

Großes Manko dieser Qualifizierung ist die fehlende bundesweite Vereinheitlichung ihrer Lehrinhalte, die erst ab 2010 angestrebt und auf den Fachbereich Fahrrad ausgeweitet werden soll. Für Kleinbetriebe, wie sie in der Zweiradbranche eher üblich sind, ist eine höhere Bezahlung dieser Qualifizierung meist nicht möglich.

Zudem gibt es erst wenige Kammern, die die Weiterbildung zum "Zweirad-Servicetechniker" tatsächlich in ihrem Angebot führen. Eine Beispielverordnung der Handwerkskammer Rhein-Main (Bundesfachschule für Zweiradtechnik) finden Sie rechts im Downloadbereich. Diese Kammer bietet auch exklusiv, allerdings ob der schwachen Nachfrage nicht regelmäßig, den Europäischen Servicetechniker Motorrad an. Diese berufliche Weiterbildung ist das Ergebnis eines europäischen Projekts der Bundesfachschule für Zweiradtechnik mit Partnern aus Österreich, Irland, Tschechien und Ungarn. Mehr Informationen finden Sie hier .

Meister im Zweiradmechaniker- Handwerk


Um als Zweiradmechaniker den Meistertitel an einer Meisterschule erwerben zu können, muss der Bewerber durch die zuständige Handwerkskammer zur Meisterprüfung zugelassen werden. Diese Zulassung erhalten all diejenigen, die die Gesellenprüfung als Zweiradmechaniker/in Fachrichtung Motorradtechnik oder Fahrradtechnik bestanden haben. Aber auch eine Abschlussprüfung in einem entsprechend anerkannten industriellen Ausbildungsberuf, eine Meisterprüfung in einem anderen Handwerk bzw. einem handwerksähnlichen Gewerbe sowie eine Gesellen- und Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf und eine mehrjährige Berufstätigkeit im Zweiradmechaniker-Handwerk gelten als zulässig. Durch die in diesem Berufszweig höchst mögliche Qualifizierung sollen besonders die Fähigkeiten erworben werden, selbstständig einen Betrieb zu führen, die fachbezogene Ausbildung durchzuführen sowie Leitungsaufgaben in den Bereichen Technik, Betriebswirtschaft, Personalführung und Personalentwicklung wahrzunehmen.

Die Ausbildung kann sowohl in Teilzeit als auch Vollzeit realisiert werden und umfasst je nach Ausbildungsstätte unterschiedlich viele Unterrichtsstunden (ca. 1100). Auch die Kosten können variieren, allerdings muss mit ca. 6000,00 EUR inkl. Prüfungsgebühr (ohne Nebenkosten) gerechnet werden. Der Meisterlehrgang beginnt im Herbst des jeweiligen Jahres, zumeist mit den Grundlageninhalten aus Betriebswirtschaft und Arbeitspädagogik (ca. 300 Unterrichtsstunden). Die fachbezogenen ersten beiden Teile werden getrennt nach Zweiradmechaniker Fachrichtung Motorradtechnik und Fachrichtung Fahrradtechnik fortgesetzt (ca. 800 Unterrichtsstunden). Nach Erhalt des Meisterbriefes sind die Mechaniker unabhängig von vorhergehender Spezialisierung dazu befähigt und ermächtigt, motorisierte als auch unmotorisierte Fahrzeuge gleichwertig zu bearbeiten.

Im Folgenden werden die vier Schwerpunkte der Meisterprüfung vorgestellt:

Teil I Meisterhafte Verrichtung der wesentlichen Tätigkeiten
  • Reparatur von Motoren und Fahrwerk mit Bremsanlagen
  • Anfertigung einer Speichenrad-Zentriereinrichtung und Rahmenmesslehre
  • Anfertigung von Auswuchteinrichtungen sowie hydraulischen oder mechanischen Pressvorrichtungen
  • Reparatur von Baugruppen und Bauteilen
  • Herstellung von Dreiradfahrzeugen unter Anfertigung des Spezial-Hinterbaus
  • Anfertigung von gedrehten und gefrästen Aufnahmeflanschen

Teil II Fachtheoretische Kenntnisse
  • Berechnungen aus Mechanik und Festigkeitslehre, Berechnung physikalischer Größen
  • Anfertigung von Skizzen
  • Elektrik und Elektronik
  • Kostenermittlung
  • Fahrzeugkunde
  • Umfassende Kenntnis der Werk-, Betriebs- und Arbeitsstoffe
  • Verfahren der Wärme- und Oberflächenbehandlung sowie des Korrosionsschutzes
  • Auftragsabwicklung per EDV

Die getrennt nach Fachgruppe absolvierten Praxis- und Theorieteile sind dementsprechend inhaltlich verschieden.
Für den Schwerpunktunterricht Motorrad sind nachführende Kenntnisse maßgeblich:
  • Umbau eines Motorrads
  • Herstellung von Baugruppen
  • Elektronische Motormanagement-Systeme
  • Diagnose an Zünd- und Ladesystemen sowie hydraulischen Bremssystemen
  • Elektronische Kommunikation und Navigationssysteme
  • Instandhaltung am Zweirad nach Herstellervorgaben ausführen und dokumentieren
Der Schwerpunktunterricht Fahrrad sieht folgende Inhalte vor:
  • Herstellung eines nichtmotorisierten Zweirads
  • Carbonschulung
  • Rahmenbau in Theorie und Praxis
  • Mechanik und Festigkeitslehre (+Federung und Dämpfung)
  • Diagnose an nicht motorisierten Zweirädern
  • Schaltungs- und Bremssysteme
  • Elektroantriebe
  • Zweirad- und Instandhaltungstechnik

Die Teile III und IV beinhalten in allen Meisterlehrgängen unterschiedlicher Fachrichtungen dieselben Schwerpunkte und bilden den deutlich geringeren Anteil der Prüfung.
Teil III Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse
  • Buchführung, Jahresabschluss, Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling
  • Vermarktung von Produkten, Marktanalyse
  • Unternehmensgründung unter rechtlichen und finanziellen Aspekten
  • Organisation und Bedeutung des Handwerks
  • Personalführung
  • rechtliche und steuerliche Grundlagen für die Betriebsführung

Teil IV Berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse
  • Ausbildungsordnung im Zweiradmechaniker-Handwerk
  • Erstellung eines Ausbildungsplans (Auswahl und Einsatz der Mittel, didaktische Prinzipien, betriebliche Methoden)
  • Durchführung von Lernerfolgskontrollen, Prüfungsvorbereitungen
  • Anfertigen von Verträgen und Zeugnissen

Zweiradmechaniker können sich auch zum Technischen Fachwirt ausbilden lassen. Inhaltlich entspricht diese Qualifizierung Teil III der Meisterausbildung und kann  bei eventueller Karriere-Neuplanung für diese später entsprechend angerechnet werden.
Sowohl der Meister als auch der Technische Fachwirt haben die Möglichkeit, die Weiterbildung zum Betriebswirt (HWK) zu realisieren. Wie im Menüpunkt Weiterbildung beschrieben, ist es für Meister und Techniker ohne (Fach-) Abitur möglich, eine akademische Ausbildung zu absolvieren. Die Zugangsberechtigung richtet sich nach der jeweiligen Hochschule und dem Bundesland. Da Zweiradmechanik nach ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) der Berufsgruppe "Elektro- und Metallhandwerk" zuzuordnen ist, liegt die Entscheidung nahe, Ingenieurswissenschaften mit den Schwerpunkten "Maschinenbau- Fahrzeugtechnik", "Elektrotechnik" oder "Mechatronik" zu studieren. Die Entscheidung, ob die inhaltliche Eignung des Meisters den Inhalten der ausgewählten Studienrichtung entspricht, treffen die (Fach-)Hochschulen und Berufsakademien.

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