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Weiterbildung für Mechaniker der Land- und Baumaschinentechnik

Servicetechniker, Meister, Ingenieur

Mechaniker der Land- und Baumaschinentechnik haben vielfältige Möglichkeiten, sich weiterzubilden.

Um an elektrischen Geräten und Maschinen mit Starkstrom bzw. hoher Spannung arbeiten zu können, erfordern die VDE-Normen die Qualifizierung zur Elektro-Fachkraft für Motorgeräte . Im Vordergrund stehen die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft, die vorschreiben, dass nur speziell ausgebildete Fachkräfte Wartungs- und Servicearbeiten an Elektro-Motorgeräten vornehmen dürfen. Inhaltlich gehören das Überwachen der ordnungsgemäßen Errichtung, Änderung und Instandhaltung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel, die Inspektion und Instandsetzung derselbigen, das Anordnen, Durchführen und Kontrollieren erforderlicher Sicherheitsmaßnahmen einschließlich des Bereitstellens von Sicherheitseinrichtungen sowie die Unterweisung elektrotechnischer Laien zu den Hauptaufgaben der Elektro-Fachkraft.

Um die Kenntnisse und das Technikwissen zu erlangen, müssen berufserfahrene Mechaniker oder Meister der Land- und Baumaschinentechnik einen 40-stündigen Grundkurs belegen, der mit einer Prüfung abschließt. Alle drei Jahre ist wegen Regeländerungen, neuen Messtechniken und Maschinen ein Auffrischungskurs mit einer Endprüfung zu besuchen. Die Kosten für den Grundlehrgang liegen zwischen 500,00 und 800,00 EUR. Die Kosten für die Auffrischung belaufen sich auf ca. 200,00 EUR.

Die mittlere Qualifizierungsstufe wird vom Servicetechniker Land- und Baumaschinen abgedeckt. Der Servicetechniker soll vor allem Experte in technischen Fragen, aber auch Systemspezialist für Instandhaltung und Vermittler technischer Neuerungen sein. In selbstständiger Arbeitsweise betreut er Kunden bei technischen und wirtschaftlichen Problemen auch vor Ort. Die Instandhaltungstechnik (Wartung, Inspektion, Instandsetzung) sowie die Auftragsabwicklung (kundenorientierte Abwicklung von Service- und Instandhaltungsarbeiten) überwiegen die Weiterbildung.

Zugelassen zur Prüfung sind Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik, Gesellen aus einem anderen fahrzeugtechnischen Beruf mit mindestens 2 Jahren Berufspraxis sowie solche, die aus branchenverwandten Berufen stammen und auf eine 4-jährige Berufserfahrung zurückblicken. Leider gibt es noch keine Erfahrungswerte mit diesem Berufsbild, da sich das Weiterbildungsprofil noch in der Entwicklung befindet. 
Ab Herbst 2010 soll es auch in der GA Freiburg angeboten und entsprechend für die Meisterprüfung angerechnet werden.

Landmaschinenmechaniker- Meister


Zum Landmaschinenmechaniker-Meister  müssen die Mechaniker durch die zuständige Handwerkskammer zur Meisterprüfung zugelassen werden. Diese Zulassung erhalten all diejenigen, die die Gesellenprüfung als Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik bestanden haben. Aber auch eine Abschlussprüfung in einem entsprechend anerkannten industriellen Ausbildungsberuf, eine Meisterprüfung in einem anderen Handwerk bzw. einem handwerksähnlichen Gewerbe sowie eine Gesellen- und Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf und eine mehrjährige Berufstätigkeit im Land- und Baumaschinen-Handwerk gelten als zulässig. Durch die in diesem Berufszweig höchst mögliche Qualifizierung sollen besonders die Fähigkeiten erworben werden, selbstständig einen Betrieb zu führen, die fachbezogene Ausbildung durchzuführen sowie Leitungsaufgaben in den Bereichen Technik, Betriebswirtschaft, Personalführung und Personalentwicklung wahrzunehmen.
Der Vorbereitungslehrgang umfasst ca. 1500 Unterrichtsstunden, wovon ca. 1200 Stunden in den praktischen und fachtheoretischen Teilen I und II stattfinden. Zumeist starten die Meisterlehrgänge im September und können bis zu 11 Monate (Vollzeit) dauern. Die Kosten variieren je nach Ausbildungsmodus (Voll- oder Teilzeit), Materialkosten, und Ausbildungsstätte zwischen 4.000,00 und 6.000,00 EUR ohne Lebenshaltungskosten.

Im Folgenden sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Meisterlehrgangs aufgelistet.
Teil I Meisterhafte Verrichtung der wesentlichen Tätigkeiten

  • Planen und Entwerfen (nach CAD)
  • Kalkulieren und Aufbauen von Hydraulik- oder Pneumatikanlagen
  • Anwendung der Steuer- und Regelungstechnik
  • Fehlersuche und Instandhaltung an Fahrzeugen, Geräten oder Anlagen
  • Metallbearbeitung (Fügen, Biegen)
  • Instandsetzen und Einstellen mechanischer Baugruppen (z.B. von Ackerschleppern, Erntemaschinen)
  • Instandsetzen von hydraulischer oder pneumatischer Baugruppen einer Maschine oder Anlage der Land-, Forst- oder Gartentechnik oder einer Baumaschine leichter Bauart
  • Anfertigen geschweißter oder geschraubter Spann-, Biege-, Einrück- oder Ausrückvorrichtung für Landmaschinen und Motoren
  • Planen einer innenwirtschaftlichen Anlage
  • Kommunikation und Rhetorik

Teil II Fachtheoretische Kenntnisse
  • Instandhaltungs- und Instandsetzungstechnik für Land- und Baumaschinen und Motorgeräte, Bearbeitung von Baugruppen und Bauteilen
  • Maschinen- und Elektrotechnik
  • Kundenorientierte Auftragsabwicklung
  • Betriebsführung und Betriebsorganisation (Kosten ermitteln, Logistik planen, Arbeitssicherheit und Umweltschutz beachten)
  • Anwendung technischer Kenntnisse (Mathematik, Zeichnen)
  • Fachtechnologie
  • Werkstoffkunde
  • Kalkulation

Teil III Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse
  • Buchführung, Jahresabschluss, Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling
  • Vermarktung von Produkten, Marktanalyse
  • Unternehmensgründung unter rechtlichen und finanziellen Aspekten
  • Organisation und Bedeutung des Handwerks
  • Personalführung
  • rechtliche und steuerliche Grundlagen für die Betriebsführung

Teil IV Berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse
  • Ausbildungsordnung im Landmaschinenmechaniker-Handwerk
  • Erstellung eines Ausbildungsplans (Auswahl und Einsatz der Mittel, didaktische Prinzipien, betriebliche Methoden)
  • Durchführung von Lernerfolgskontrollen, Prüfungsvorbereitungen
  • Anfertigen von Verträgen und Zeugnissen

Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik können sich auch zum Technischen Fachwirt ausbilden lassen. Inhaltlich entspricht diese Qualifizierung Teil III der Meisterausbildung und kann bei eventueller Karriere-Neuplanung für diese später entsprechend angerechnet werden. Sowohl der Meister als auch der Technische Fachwirt haben die Möglichkeit, in der Akademie des Handwerks die Weiterbildung zum Betriebswirt (HWK) zu realisieren.  

Wie im Menüpunkt Weiterbildung beschrieben, ist es für Meister und Techniker ohne (Fach-)Abitur möglich, eine akademische Ausbildung zu absolvieren. Die Zugangsberechtigung richtet sich nach der jeweiligen Hochschule und dem Bundesland.
Da Land- und Baumaschinenmechanik nach ZDH der Berufsgruppe "Elektro- und Metallhandwerk" zuzuordnen ist, liegt die Entscheidung nahe, neben dem Landmaschineningenieur oder dem dualen Bachelorstudium "Landwirtschaft" Ingenieurswissenschaften mit den Schwerpunkten "Maschinenbau- Fahrzeugtechnik", "Elektrotechnik" oder "Mechatronik" zu studieren. Ob die inhaltliche Eignung des Meisters den Inhalten der ausgewählten Studienrichtung entspricht, bestimmen die (Fach-)Hochschulen und Berufsakademien.

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