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Menschen und Profile

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Als "Richter Gaspedal" betitelten ihn die Zeitungen. Für Temposünder war er schlicht eine gerechte Instanz. Doch das Gerechtigkeitsempfinden eines Richter kann ihm schnell als "Befangenheit" ausgelegt werden.
Helmut Knöner besitzt viele Namen. "Richter Gaspedal", "Schutzengel der Raser" oder "Rächer der Geblitzten". Dabei versteht sich der Richter aus Bielefeld nicht als moderner Robin Hood für Straßenrowdies, sondern als gewissenhafter Rechtsvertreter für geblitzte Temposünder.
Und genau in dieser Funktion sprach er im November 42 angezeigte Personen frei.
Seine Hauptargumente haben nichts mit Nächstenliebe zu tun, sondern sind durchaus rechtlich belegbar: Laut Knöner ist das Gesetz lückenhaft, da es keine verbindlichen Regeln gäbe, wann und wo und mit welchen Geräten geblitzt würde. Zudem bestehe bei vielen Radarfallen der Verdacht der "Abzocke", da sie nicht an sicherheitsbedingten Stellen wie vor Schulen oder Kliniken aufgestellt würden. Knöner sprach öffentlich aus, was Herr Hinz und Frau Kunz schon lange vermuteten: es gibt einen "Druck der leeren Kassen" bei Gemeinden.

"Richter Gaspedal" Helmut Knöner. Quelle: dpa

Außerdem basiere eine rechtliche Grundlage für die Verkehrsüberwachung (Filmen, Fotographieren) auf einem Paragraphen zur Bekämpfung von Terrorismus, der Spionage und der organisierten Kriminalität. Ein Verkehrssünder sei dies definitiv nicht und damit werden auch die falschen Methoden angewendet, so Knöners Überzeugung.

Das Kuriose: Mitte November wurde Knöner von Bürgern angezeigt. Sie stellten Strafanzeigen wegen Rechtsbeugung. Danach machte Knöner wohl den entscheidenden Fehler: er kündigte weitere Freisprüche für Temposünder an.
Das war die Vorlage für die Staatsanwaltschaft Bielefeld, den Richter für befangen zu erklären. Das Amtsgericht Herford hat dem Befangenheitsantrag der Staatsanwaltschaft bereits statt gegeben.
Dass Knöner sich klar dazu bekannte, dass es primär nicht darum gehe, Raser freizusprechen, fiel nicht mehr ins Gewicht.
Bei der Stadt Gütersloh begrüßt man die jüngste Entscheidung. "Im Vordergrund steht die Sicherheit" bekräftigt Thomas Habig, Leiter des Fachbereichs Ordnung der Stadt. Außerdem sei das Blitz-Potential der Stadt noch lange nicht ausgeschöpft.

Wie es mit Helmut Knöner weitergeht, ist ungewiss. Sicher kann er sich aber seiner Popularität sein: In der Wiener Kronenzeitung wurde ebenso über seine umstrittenen Urteile berichtet, wie bei stern.tv.

Vivien Heimann
Quelle: dpa, n-tv, "Neue Westfälische"


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